Hildegard-Medizin

By |2018-12-18T11:54:15+00:00Dezember 5th, 2018|Europa, Medizin-Geschichte, Naturheilkunde|0 Comments

Der eigenen Erzählung nach hat die spätere Äbtissin Hildegard von Bingen um das Jahr 1100 die europäische Naturheilkunde im göttlichen Auftrag begründet. So berichtet sie es in ihrem Grundlagenwerk über »Die Ursachen und die Behandlung der Krankheiten«. Es entsteht ein Heilansatz in christlich abendländischer Tradition, der den Menschen in seiner Ganzheit erfasst: Körper, Geist und Seele eingebunden in einen religiös-christlichen Kontext mit speziellen konkreten Handlungsanweisungen zur körperlichen, mentalen und spirituellen Heilung und Lebensberatung.

Vier Hauptelemente gehören zur Hildegard-Medizin:

  • Ernährungsheilkunde
  • Pflanzenheilkunde
  • Ausleitungsverfahren
  • christliche Psychotherapie

Die Pflanzenheilkunde umfasst 1800 Rezepturen. Zu den Ausleitungsverfahren gehören regelmäßiges Fasten und Schwitzen, Schröpfen und Aderlass zu bestimmten Mondphasen mit anschließender Spezialdiät. Als eine Art Psychotherapie ist ihre Typenlehre zu begreifen: 35 Tugenden und Laster seien für Glück und Gesundheit verantwortlich. Krankheit entstehe durch zu wenig Liebe, Hoffnung, Barmherzigkeit und Tapferkeit. Der Mangel daran, an lebensbejahender Kraft würde das seelische Gleichgewicht und das körperliche Abwehrsystem schwächen.

Bilder: Titelbild: © Branko Srot – stock.adobe.com, Kräuter: © daffodilred – stock.adobe.com

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